Entwicklung

Unter frühkindlicher Entwicklung versteht man die Entwicklung von motorischen, sprachlichen, kognitiven und sozial-emotionalen Fähigkeiten eines Menschen in den ersten Lebensjahren. Eine ganz entscheidende Rolle hierbei spielen die primitiven, frühkindlichen Reflexe, die sich bereits zu Beginn einer Schwangerschaft im Mutterleib ausbilden und dem Baby bei seiner vorgeburtlichen Entwicklung sowie beim Geburtsprozess helfen. Um das Überleben des Säuglings zu sichern ist beispielsweise der Such- und Saugreflex elementar. Manche Reflexe werden auch erst nach der Geburt aktiv. Sie helfen dem Kind, dass die Hirnreifung stattfindet und aus unwillkürlichen Bewegungen automatisierte, willkürliche Bewegungen werden können. Frühkindliche Reflexe sind eine wichtige Basis für die Bewegungsentwicklung und für künftige Verhaltensreaktionen auf die Umwelt. Sie sind essenziell auch für sehr viele andere Aufgaben. Sie ermöglichen dem neugeborenen Kind eine unmittelbare körperliche Reaktion auf unterschiedliche Umweltreize. Sie dienen dem Schutz vor Gefahren, der Ernährung und sichern das Überleben. Sie werden unbewusst auf der Hirnstammebene initiiert. Während den ersten Lebensjahren reifen die frühkindlichen Reflexe idealerweise innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens aus. Durch koordinierte Bewegungen, die ein Baby ausführt, wie zum Beispiel beim Robben, Kriechen und Krabbeln, entstehen Reifungs- und Automatisierungsprozesse. Unwillkürliche Ganzkörper-Reaktionen werden zu bewusst gesteuerten gezielten Bewegungsmustern. Um dies zu erreichen, nutzt das Kind seine angeborene Neugier, seine Freude an der Bewegung, seine Lust Dinge zu entdecken und zu begreifen. Durch diese Bewegungserfahrungen werden Grobmotorik, Feinmotorik, die Hörverarbeitung, die Sehverarbeitung und das taktile System (Tastsinn) so miteinander verschaltet, dass die Intelligenz des Kindes nicht nur für Bewegungsmuster, sondern auch für kortikale Verarbeitungen (Lesen, Schreiben, Rechnen) zur Verfügung steht. Dies ist die gewünschte Ausreifung und stellt praktisch unsere Lebensbasis dar. Im Laufe des ersten Lebensjahres sollten die Reflexe nach ihrer Ausreifung integriert bzw. gehemmt werden. Ist dies nicht der Fall, kostet es Kinder sehr viel Kraft und Energie ihren Alltag zu meistern. Wird dieser frühe Reifungsprozess gestört, können Entwicklungsverzögerungen auftreten und sich fein- oder grobmotorische Ungeschicklichkeit zeigen. Lern- und Leseprobleme können den schulischen Fortschritt behindern, während sich auch eine Vielzahl von unterschiedlichsten Verhaltensauffälligkeiten bemerkbar machen kann. Meist versucht die betroffene Person durch mehr Kraftaufwand, durch außergewöhnliche Methoden oder eine manipulative Verhaltensweise, die Probleme zu bewältigen. Dies gelingt ihr bis zum Moment, in dem alles zu viel wird. Die helfenden Strategien genügen dann nicht mehr – das ganze, mit viel Mühe erschaffene, System kann zusammenbrechen. Das eigene Wohlbefinden, das Familienleben und der Arbeitsalltag können zunehmend beeinträchtigt werden. Das Kleinkind zeigte bereits im ersten Lebensjahr Auffälligkeiten. Es ist nicht oder nur schlecht gekrabbelt, ist stattdessen auf dem Po gerutscht oder nutzte den Bärengang. Wichtige Entwicklungsschritte wurden ausgelassen – es folgte ein zu frühes Aufrichten und Loslaufen.

Einige der bekannten primitiven / frühkindlichen Reflexe sind: Such- und Saugreflex, Hand- und Fußgreifreflex, Moro-Reflex, FLR, ATNR, STNR und TLR sowie viele weitere. Wie wichtig diese frühkindlichen Reflexe und deren Integration sind, wird erst bewusst, wenn sie im späteren Leben persistierend sind und die Kinder sich Mechanismen aneignen müssen, um den Anforderungen des Tages standhalten zu können und um den anderen Kindern in nichts nachzustehen. Dies gelingt ihnen meist nur bedingt. Sie erreichen nicht die Leistungsfähigkeit, die dem Alter entsprechend erreicht werden könnte. Lernstörungen, Verhaltensstörungen oder motorische Entwicklungsstörungen können die Folge sein. Man spricht dann von neurophysiologischer Entwicklungsverzögerung. FLR und Moro können eine normale Bewegungs- und Persönlichkeitsentwicklung deutlich behindern, wenn sie im Alltag aktiv bleiben. Für das Festigen neuer Bewegungsmuster, für Koordination und Automation, muss dann viel mehr Zeit und Übung investiert werden. Das ENWAKO®-Training bietet die Möglichkeit diese persistierenden frühkindlichen Reflexe zu integrieren und damit die Basis zu schaffen, dass Kinder und Erwachsene in ihrer Entwicklung nachreifen können. Durch ein Training dieser körpereigenen Wahrnehmungssysteme werden diese Lernerfahrungen wieder aktiviert, automatisiert und neu im Gehirn gespeichert – das bedeutet, unser Gehirn hat die Möglichkeit der optimalen Entwicklung unserer Wahrnehmungssysteme und damit unseres Körper-Systems als Basis für die Entwicklung unseres ganzen Potenzials.

Die vier großen Reflexe bei ENWAKO

FLR (Furcht-Lähmungs-Reflex)

Dieser Reflex wird in höchster Not ausgelöst. Der FLR wird auch Totstell-Reflex oder Schockstarre genannt.

Moro-Reflex

Der Moro Reflex entsteht im ersten Schwangerschaftsdrittel und ist normalerweise bis etwa zum 4. Lebensmonat aktiv.

ATNR (Asymmetrisch-Tonischer-Nacken-Reflex)

Der ATNR entsteht ebenfalls im ersten Schwangerschafts-drittel und sollte bis zum 9. Lebensmonat gehemmt sein.

STNR (Symmetrisch-Tonischer-Nacken-Reflex)

Der STNR entsteht im sechsten bis neunten Monat nach der Geburt und wird etwa drei Monate später wieder gehemmt.

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